Porto, Portugal
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Ribeira, Porto
Der Tag beginnt um halb neun im Café Majestic, wenn die Kellner noch die Spiegel polieren und du ohne Wartezeit einen Tisch bekommst. Danach geht es zur Livraria Lello, hoch auf den Torre dos Clérigos und in die Kachelhalle des Bahnhofs São Bento. Mittags gibt es kleine Teller in der Cantina 32 an der Rua das Flores. Der Nachmittag gehört der Ribeira, den Arkaden am Kai und den engen Gassen darüber. Zum Abendessen wartet die Adega São Nicolau, ein winziges Lokal am Wasser, mit gegrilltem Fisch und bacalhau.
Porto hat Gefälle, und das Kopfsteinpflaster ist glatt gelaufen. Feste Schuhe mit Profil sparen dir Nerven, vor allem bergab zur Ribeira. Das Ticket für die Livraria Lello buchst du besser vorab mit Zeitfenster, ab dem späten Vormittag steht die Schlange auf der Straße. Der Betrag wird beim Buchkauf verrechnet. Für die Adega São Nicolau reservierst du am besten schon morgens, die paar Tische sind abends vergeben. In kleinen Tascas ist Bargeld nach wie vor bequemer. Und was unaufgefordert auf dem Tisch steht, also Oliven, Brot oder Käse, ist das couvert und kostet extra. Du kannst es ohne Weiteres zurückgehen lassen.
Der ganze Tag lässt sich zu Fuß gehen und läuft fast nur in eine Richtung, nämlich bergab. Vom Café Majestic bis zur Livraria Lello sind es rund zehn Minuten, der Torre dos Clérigos steht gleich um die Ecke, von dort bis São Bento noch einmal knapp zehn. Die Rua das Flores führt dich mit der Cantina 32 fast von selbst weiter Richtung Fluss. Für den Rückweg nach oben nimmst du den Funicular dos Guindais neben der Brücke, das erspart dir den Anstieg nach dem Abendessen.
Die blauen Kachelbilder heißen azulejos. São Bento ist trotz der 20.000 Fliesen ein normaler Bahnhof mit Pendlern, geh beim Fotografieren also niemandem in den Weg. Gegessen wird spät, vor halb acht ist in vielen Lokalen kaum jemand da. Trinkgeld wird nicht erwartet, aufgerundet wird trotzdem gern. Und wenn dich jemand tripeiro nennt, ist das ein Kompliment. Die Portuenser nennen sich selbst so, nach den tripas à moda do Porto, die bis heute auf vielen Karten stehen.
Cafe Majestic
Ein Kaffeehaus an der Rua Santa Catarina, eröffnet 1921, mit geschnitzten Holzwänden, großen Spiegeln und Stuckdecke im Stil der Belle Époque.
Livraria Lello
Eine Buchhandlung von 1906 an der Rua das Carmelitas, mit neugotischer Fassade, geschwungener roter Treppe und einem Buntglasdach über dem Verkaufsraum.
Torre dos Clerigos
Der Glockenturm der Igreja dos Clérigos, gut 75 Meter hoch, über eine schmale Wendeltreppe bis zur Aussichtsgalerie begehbar.
Sao Bento Station
Portos innerstädtischer Kopfbahnhof, dessen Vorhalle vollständig mit blau-weißen Kachelbildern ausgekleidet ist.
Cantina 32
Ein modernes portugiesisches Lokal an der Rua das Flores mit kleinen Tellern zum Teilen, Betonwänden und Industrielampen.
Ribeira riverfront
Das alte Hafenviertel Portos am Nordufer des Douro, mit Arkaden am Kai, schmalen Gassen und hohen, bunten Häuserfronten.
Adega Sao Nicolau
Eine kleine Taverne in einer Gasse der Ribeira, ein paar Tische drinnen und ein paar an der Straße, Küche aus dem Norden Portugals.
Vila Nova de Gaia, Porto
Nach dem Turm und den Bücherregalen von gestern geht es heute ans Wasser. Du startest mit Brunch im Zenith und läufst dann über das obere Deck der Ponte Dom Luís I, dort, wo auch die Metro fährt. Von der Mitte aus hast du den Blick, den jede Postkarte in Porto kopiert. Auf der Gaia-Seite liegt gleich das Mosteiro da Serra do Pilar mit seinem runden Kreuzgang und einer Terrasse, die nichts kostet. Mittagessen gibt es in der Markthalle Mercado Beira-Rio direkt am Ufer, mit Fensterplatz und Blick auf die Boote. Der Nachmittag gehört dem Portwein, erst eine Führung zwischen den gestapelten Eichenfässern bei Graham's, Taylor's oder Cálem, danach eine Verkostung mit weißem Port, Tawny und Vintage nebeneinander im Glas. Zum Schluss Abendessen im Barão Fladgate auf der Terrasse von Taylor's, während die Sonne hinter der Altstadt untergeht.
Heute entscheiden Schuhwerk und Reservierungen darüber, wie entspannt der Tag läuft.
Du läufst heute alles zu Fuß, und genau das ist der Reiz. Die längste Strecke ist der Weg vom Zenith zur Brücke, gut 25 Minuten, plan also etwas Luft ein. Danach liegen zwischen den Stopps nur zwei bis fünfzehn Minuten, ab dem Kloster fast immer bergab zum Fluss. Metro oder Taxi brauchst du nicht, außer die Hitze wird zu viel. Dann bringt dich ein Taxi vom Mercado Beira-Rio in ein paar Minuten zurück ins Hotel.
Fast alle Portweinhäuser lagern ihren Wein in Vila Nova de Gaia, nicht in Porto selbst. Der Wechsel ans Südufer ist heute also der eigentliche Punkt des Tages. Trinkgeld ist bei Verkostungen nicht üblich, ein oder zwei Euro für eine gute Führung freuen trotzdem jeden. Die Terrasse an der Serra do Pilar ist am Vormittag deutlich leerer als nachmittags, mach die Fotos also gleich beim Ankommen. Und auf der oberen Brückenebene fährt die Metro auf demselben Deck wie die Fußgänger. Bleib hinter der gelben Linie, wenn ein Zug kommt.
Zenith Brunch & Cocktails
Ein Brunch-Lokal nahe der Praça de Carlos Alberto, das den ganzen Tag Frühstücksgerichte serviert, dazu Kaffee und Cocktails.
Dom Luis I Bridge
Eine zweistöckige Eisenbogenbrücke über den Douro, die Porto mit Vila Nova de Gaia verbindet. Oben fahren Metro und Fußgänger, unten Autos und Fußgänger.
Mosteiro da Serra do Pilar
Ein Kloster aus dem 16. Jahrhundert auf der Anhöhe über Gaia, mit runder Kirche, rundem Kreuzgang und einer Terrasse hoch über dem Fluss.
Mercado Beira-Rio
Eine überdachte Markthalle an der Uferpromenade von Vila Nova de Gaia, mit Ständen für Fisch, Fleisch, Austern, francesinha und Wein.
Vila Nova de Gaia cellars
Die Portweinkeller in Vila Nova de Gaia, lange kühle Hallen am Südufer, in denen der Wein aus dem Douro-Tal in gestapelten Eichenfässern reift.
Port tasting
Eine Verkostung, bei der weißer Port, Tawny und Vintage nebeneinander im Glas stehen, meist am Ende einer Kellerführung.
Barao Fladgate
Das Restaurant im Portweinhaus Taylor's in Vila Nova de Gaia, mit Garten und Terrasse und Blick über den Fluss auf die Altstadt von Porto.
Douro Valley, Portugal
Gestern Abend endete mit einem Glas Port über der Stadt, heute tauschst du Portos Dächer gegen die Terrassen des Douro. Früh los, Kaffee und Gebäck in der Confeitaria do Bolhão, dann die lange Fahrt nach Osten. Danach wird der Tag langsam. Erst der weite Blick vom Miradouro de São Leonardo de Galafura über die gefalteten Weinberge, dann eine Quinta bei Pinhão mit Rundgang durch die Reben und Verkostung, Mittagessen am Fluss und eine Stunde auf dem Wasser in einem rabelo. Am Abend bist du zurück in Porto und schließt mit einer francesinha im Café Santiago ab. Es ist der letzte Tag, morgen musst du nichts mehr schaffen, lass den Nachmittag am Fluss also ruhig ausufern.
Ein langer Fahrtag mit viel Sonne und einer Bootsfahrt, das ändert die Packliste.
Von Porto bis São Leonardo de Galafura sind es rund anderthalb Stunden Fahrt. Wenn du den Termin um 10:30 entspannt schaffen willst, verlässt du das Bolhão spätestens gegen 8:15. Von dort bis zu den Weinbergen bei Pinhão fehlt noch eine gute halbe Stunde. In Pinhão selbst liegen Quinta, Restaurant und Anleger keine zehn Gehminuten auseinander. Die Rückfahrt nach der Bootstour ist mit etwa 100 Minuten die längste Etappe des Tages, leg also gegen 17:15 ab, damit du vor dem Tisch um 20:30 noch Luft hast.
Der Bahnhof von Pinhão lohnt einen Blick, auch ohne Zugticket. Die Wände am Bahnsteig sind mit blau-weißen Kachelbildern von der Weinlese im Douro bedeckt, mit die schönsten außerhalb Portos. Auf dem rabelo setzt du dich am besten auf die Seite mit den Terrassen, nachmittags kommt das Licht von dort besser. Auf den Quintas ist es völlig normal, auszuspucken oder den Rest wegzuschütten, niemand erwartet, dass du jedes Glas leerst. Und eine francesinha isst man nicht elegant. Wenn du die Soße auftunken willst, frag einfach nach mehr Brot.
Confeitaria do Bolhao
Eine Bäckerei und Konditorei von 1896 an der Rua Formosa, wenige Schritte von der Markthalle Bolhão entfernt.
Miradouro de Sao Leonardo de Galafura
Ein Aussichtspunkt im Douro-Tal bei Peso da Régua, rund anderthalb Stunden von Porto entfernt, mit weitem Blick über Terrassenweinberge und die Schleifen des Flusses.
Pinhao vineyards
Die Weinberge rund um Pinhão im Cima Corgo, dem Kernstück der Portweinregion, wo die Quintas ihre Terrassen bis zum Fluss hinunterstaffeln.
Restaurante Veladouro, Pinhao
Ein familiengeführtes Restaurant am Kai von Pinhão mit Blick auf den Douro, Grillküche und Weinen aus dem Tal.
Douro river cruise
Eine kurze Fahrt auf einem barco rabelo ab dem Anleger von Pinhão, dem flachen Holzboot, mit dem früher der Wein flussabwärts gebracht wurde.
Cafe Santiago
Ein Lokal an der Rua de Passos Manuel, das vor allem für eine Sache bekannt ist, die francesinha.
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