Travolp.
Geteilte Reise· geteilt 9/8/2026

Patagonia,
Trek.

Torres del Paine, Chile

Reisepreis Preis auf Anfrage
8/30/2026 → 9/5/20262 Erwachsene
Teilen
↓ Die Reise
Tage
8 Tage
Stopps
26 Stopps
Reiseziele
1 Reiseziel
Reisende
2 Erwachsene
Interessen

hiking, glaciers, wildlife, big skies

Programm

8 Kapitel
Tag 18/30/2026

Ankunft in Puerto Natales

Puerto Natales

Wetter
7°-1°

Schnee

39%7 km/h
Warm anziehen
Der Tag gehört der Straße. Drei Stunden Pampa von Punta Arenas herauf, Guanakos am Zaun, danach der kostenlose Trekking-Vortrag bei Erratic Rock und ein letzter Abendspaziergang an der Costanera, während der Seno Última Esperanza still wird.

Der Tag im Überblick

Heute passiert wenig außer Fahren und Vorbereiten. Der Transfer von Punta Arenas braucht rund drei Stunden über offene Pampa, also mach es dir bequem und schau aus dem Fenster. Guanakos stehen fast immer irgendwo am Zaun, mit Glück auch ein Darwin-Nandu. In Puerto Natales bleibt der Nachmittag frei bis 15 Uhr, dann läuft bei Erratic Rock der kostenlose Trekking-Vortrag. Er ist inzwischen die inoffizielle Einweisung für alle, die in die Torres del Paine wollen. Es geht um Wegzustand, Wasserstellen und darum, wie die Reservierungen in den Camps tatsächlich kontrolliert werden. Das ist mehr wert als jeder Reiseführer, weil sich die Lage im Park von Woche zu Woche ändert. Nebenan kannst du fehlende Ausrüstung leihen. Zum Schluss ein Gang über die Costanera, wenn das Licht über dem Wasser flach wird, danach das Hotel Costaustralis. Morgen früh geht der Bus nach Pudeto und weiter mit dem Katamaran, heute Abend geht es also nur noch ums Packen und Schlafen.

Praktische Tipps

  • Zieh dich für die Fahrt in Schichten an. Draußen ist es morgens kalt, im Bus wird es schnell warm.
  • Für den Vortrag brauchst du keine Anmeldung. Sei ein paar Minuten früher da, die Plätze füllen sich.
  • Trekkingnahrung und Gaskartuschen kaufst du hier deutlich günstiger als im Park.
  • Anfang September ist Vorsaison. Prüfe am Vortag noch einmal Busfahrplan und Katamaran, es fahren weniger Verbindungen als im Hochsommer.
  • Frag an der Rezeption, ob sie dir eine Tasche mit Stadtkleidung aufbewahren. Die meisten Häuser im Ort machen das kostenlos.

Von Stopp zu Stopp

Sobald du aus dem Bus steigst, ist alles zu Fuß machbar. Von Erratic Rock zur Costanera sind es etwa vier Minuten, von dort zum Hotel noch einmal knapp fünfzehn. Ein Taxi brauchst du an diesem Tag nicht. Die Sonne geht Ende August gegen 19 Uhr unter, plane den Spaziergang am Wasser also in die Stunde davor.

Vor Ort

Puerto Natales lebt vom Trekking. Ausrüstungsverleih und viele Küchen richten sich nach den Busabfahrten und nach dem Vortrag um drei. Karte wird fast überall genommen, kleine Kioske und manche Verleiher wollen trotzdem Bargeld in chilenischen Pesos. Am Nordende der Costanera steht eine Milodón-Skulptur, ein kleiner Vorgeschmack auf die echte Cueva del Milodón, die am letzten Tag auf dem Weg aus der Region liegt.

  1. 01

    Bus from Punta Arenas

    09:00 · 180m
    Rund drei Stunden auf der Ruta 9 nach Norden, meist ohne Zwischenstopp. Nimm Wasser und einen Snack mit, unterwegs gibt es nichts. Guanakos stehen fast immer irgendwo am Zaun, Darwin-Nandus sieht man seltener. Wenn du direkt vom Flughafen kommst, prüfe vorher, ob dein Bus dort abfährt. Viele Linien starten nur am Terminal in der Stadt.
    Über diesen Ort

    Die Straßenverbindung zwischen Punta Arenas und Puerto Natales, gut 250 Kilometer über die Ruta 9 durch offene Steppe.

    Geschichte
    Punta Arenas war seit dem 19. Jahrhundert der Hafen der Region. Puerto Natales entstand erst 1911 rund um eine große Fleischfabrik, und die durchgehend asphaltierte Verbindung zwischen beiden kam deutlich später.
    Warum berühmt
    Für fast alle, die in die Torres del Paine wollen, ist das die Anreise. Die Strecke selbst ist die erste Begegnung mit der patagonischen Weite.
    Wusstest du
    Die Ruta 9 führt von Punta Arenas auch nach Süden bis Fuerte Bulnes und trägt deshalb den Beinamen Ruta del Fin del Mundo.
    ↗ In Maps öffnen
  2. 🚗drive· 178 min· 247.7 km↗ Directions
  3. 02

    Erratic Rock 3 p.m. trek talk

    15:00 · 60m
    Täglich um 15 Uhr, kostenlos, ohne Anmeldung. Komm zehn Minuten früher, sonst stehst du. Es geht um Wegzustand, Wasserstellen, Wetterfenster und darum, wie die Reservierungen wirklich kontrolliert werden. Danach nebenan Ausrüstung leihen. Schlafsack und Isomatte sind das, was den meisten fehlt.
    Über diesen Ort

    Ein Hostel in Puerto Natales, das seit vielen Jahren täglich einen kostenlosen Vortrag über das Trekking in den Torres del Paine hält.

    Geschichte
    Das Haus wurde von zugezogenen Bergsportlern aufgebaut. Aus der täglichen Fragerei an der Rezeption ist über die Jahre ein fester Termin geworden, den auch Gäste anderer Unterkünfte besuchen.
    Warum berühmt
    Der Vortrag gilt unter Trekkern als beste aktuelle Informationsquelle zum Park, weil sich Wege, Wasser und Buchungslage von Woche zu Woche ändern.
    Wusstest du
    Er läuft auf Englisch und ist bis heute kostenlos, obwohl er längst mehr Leute anzieht, als das Hostel Betten hat.
    ↗ In Maps öffnen
  4. 🚶walk· 4 min· 300 m↗ Directions
  5. 03

    Costanera boardwalk, Seno Ultima Esperanza

    18:30 · 60m
    Am besten in der Stunde vor Sonnenuntergang, Ende August also gegen 18 Uhr losgehen. Bei wenig Wind steht das Wasser fast still und spiegelt die Berge gegenüber. Am Nordende steht die Milodón-Skulptur, das meistfotografierte Motiv der Stadt. Windjacke mitnehmen, am Wasser zieht es fast immer.
    Über diesen Ort

    Die Uferpromenade von Puerto Natales am Seno Última Esperanza, einem Fjordarm, der bis zu den Gletschern des Inlandeises reicht.

    Geschichte
    Der Name geht auf Juan Ladrillero zurück, der 1557 hier hinauffuhr und in diesem Arm seine letzte Hoffnung sah, die Magellanstraße von Westen zu erreichen. Die Stadt selbst kam erst 1911 dazu.
    Warum berühmt
    Es ist der Ort, an dem sich in Puerto Natales abends alle treffen, mit Blick über das Wasser auf die Berge der gegenüberliegenden Halbinsel.
    Wusstest du
    Im Fjord leben Schwarzhalsschwäne, die man von der Promenade aus oft in kleinen Gruppen treiben sieht.
    ↗ In Maps öffnen
  6. 🚶walk· 14 min· 1 km↗ Directions
  7. 04

    Hotel Costaustralis

    20:00 · 60m
    Direkt an der Costanera, die Zimmer zum Wasser sind die besseren. Frag an der Rezeption, ob sie dir eine Tasche mit Stadtkleidung für die Trekkingtage aufbewahren, das machen fast alle Häuser im Ort kostenlos. Das Frühstück beginnt früh genug für den Bus in den Park, sonst lass dir ein Paket richten.
    Über diesen Ort

    Ein größeres Hotel direkt an der Uferpromenade von Puerto Natales, mit Blick über den Seno Última Esperanza.

    Geschichte
    Das Haus gehört zu den ersten Hotels, die in Puerto Natales für den aufkommenden Trekkingtourismus gebaut wurden, als der Ort noch stärker von Wolle und Fischerei lebte.
    Warum berühmt
    Sein hohes Giebeldach ist eines der wenigen Gebäude, an denen man sich in der flachen Stadt von weitem orientieren kann.
    Wusstest du
    Puerto Natales hatte lange kaum Hotels. Erst mit dem internationalen Ruf der Torres del Paine wurde aus dem Fabrik- und Hafenort ein Trekkingzentrum.
    ↗ In Maps öffnen
Tag 28/31/2026

Mit dem Katamaran zum Glaciar Grey

Glaciar Grey

Wetter
4°1°

Schnee

60%9 km/h
Schirm einpackenWarm anziehen
Früh in den Park, dann setzt ein Katamaran über den türkisen Lago Pehoé zum westlichen Einstieg der W-Route. Der Nachmittag führt über offenes, windiges Gelände zu einem Gletscher, der direkt in seinen eigenen See kalbt.

Der Tag im Überblick

Der Wecker klingelt früh. Der Bus aus Puerto Natales braucht gut zwei Stunden bis zum Anleger Pudeto, und kurz vor der Kontrollstelle Laguna Amarga schiebt sich das Massiv zum ersten Mal ganz ins Bild. Vom Anleger setzt der Katamaran in einer guten halben Stunde über den Lago Pehoé nach Paine Grande, und damit beginnt der westliche Arm der W-Route. In Paine Grande füllst du Wasser, ziehst eine Schicht aus und gehst weiter Richtung Eis. Der Weg zieht über offene Rücken, kaum Schatten, kaum Windschutz. Dafür liegen ab dem Mirador Lago Grey blaue Eisberge unter dir, die auf dem dunklen Ufer stranden. Am späten Nachmittag erreichst du das Refugio Grey oberhalb der Gletscherfront. Reine Gehzeit rund drei bis vier Stunden, je nachdem, wie oft du stehen bleibst.

Praktische Tipps

  • Ohne lückenlose Reservierung für jede Nacht lässt dich die CONAF nicht auf die Strecke. Buchungsbestätigungen offline auf dem Telefon speichern.
  • Katamarantickets in der Saison vorher kaufen. Anfang September fahren weniger Boote, prüfe den Fahrplan am Vortag.
  • Windjacke und Handschuhe ganz oben in den Rucksack. Auf dem Rücken über dem Lago Grey steht der Wind ohne Pause.
  • In Paine Grande gibt es Trinkwasser umsonst, alles Gekaufte ist teuer. Fülle hier auf.
  • Sonnenbrille und Creme auch bei Wolken. Das Licht über Wasser und Eis blendet stärker, als es sich anfühlt.

Von Stopp zu Stopp

Bus bis Pudeto, Katamaran bis Paine Grande, danach nur noch Füße. Von der Hütte zum Refugio Grey sind es rund elf Kilometer mit ein paar hundert Höhenmetern rauf und runter, ohne Abkürzung und ohne Straße. Der Mirador Lago Grey liegt direkt am Weg, du musst dafür keinen Umweg gehen.

Vor Ort

Die Hütten auf der West- und auf der Ostseite gehören zwei verschiedenen Betreibern, gebucht wird getrennt, und beide sind früh voll. Bargeld hilft, Mobilfunk gibt es im Park praktisch nicht, und Kartenzahlung hängt am Satellitenempfang. Müll nimmst du komplett wieder mit, offenes Feuer ist im ganzen Park verboten. Nach den großen Bränden von 1985, 2005 und 2011, alle drei von Besuchern ausgelöst, wird das hier sehr ernst genommen.

  1. 01

    Bus to Pudeto, Torres del Paine

    07:00 · 150m
    Abfahrt früh vom Terminal Rodoviario, rund zwei Stunden bis Pudeto. Ticket am Vortag kaufen, Anfang September fahren weniger Busse. Halte Eintritt und Reservierungen bereit, an der Kontrollstelle Laguna Amarga steigen alle aus. Kurz davor kommt das Massiv zum ersten Mal ganz ins Bild.
    Über diesen Ort

    Die tägliche Busverbindung von Puerto Natales in den Nationalpark, mit Halt an der Kontrollstelle Laguna Amarga und Endpunkt am Anleger Pudeto.

    Geschichte
    Der Park entstand 1959 und war anfangs kaum erschlossen. Erst mit dem Ausbau der Zufahrt und festen Busfahrplänen wurde die W-Route ohne eigenes Auto machbar.
    Warum berühmt
    Fast jeder, der die W-Route von Westen startet, sitzt in diesem Bus. Die Fahrt über die Steppe ist der erste lange Blick auf das Massiv.
    Wusstest du
    An der Kontrollstelle prüft die CONAF die Camp- und Hüttenbuchungen. Ohne lückenlose Reservierung für jede Nacht kommt niemand auf die Strecke.
    ↗ In Maps öffnen
  2. 🚗drive· 114 min· 131.7 km↗ Directions
  3. 02

    Pudeto to Paine Grande catamaran

    11:00 · 45m
    Die Überfahrt über den Lago Pehoé dauert rund eine halbe Stunde und spart einen langen, flachen Umweg zu Fuß. In der Saison vorher buchen, in der Vorsaison zuerst prüfen, ob überhaupt gefahren wird. Draußen an Deck ist der Blick auf die Cuernos am besten, der Fahrtwind allerdings eisig.
    Über diesen Ort

    Der Katamaran zwischen dem Anleger Pudeto und dem Refugio Paine Grande am Nordufer des Lago Pehoé.

    Geschichte
    Vor dem Bootsbetrieb war der westliche Arm der W-Route nur über einen langen Umweg am Ufer erreichbar. Die Fähre hat die Strecke so verkürzt, dass die klassische Vier-Tage-Variante überhaupt funktioniert.
    Warum berühmt
    Der Lago Pehoé hat ein so kräftiges Türkis, dass viele die Überfahrt für den schönsten Abschnitt des ganzen Treks halten.
    Wusstest du
    Die Farbe kommt von Gletschermehl im Wasser. Bei bedecktem Himmel wirkt der See milchig grau, in der Sonne fast neonblau.
    ↗ In Maps öffnen
  4. 03

    Refugio Paine Grande

    11:50 · 40m
    Der größte Stützpunkt im Park und der Knotenpunkt zwischen westlichem und mittlerem Arm des W. Trinkwasser ist kostenlos, alles andere teuer. Zieh hier eine Schicht aus und die Windjacke an, gleich hinter dem Haus beginnt das offene Gelände. Steckdosen sind knapp und abends dauerhaft belegt.
    Über diesen Ort

    Die große Berghütte am Nordufer des Lago Pehoé, direkt unter dem Cerro Paine Grande und Ausgangspunkt für Glaciar Grey und Valle del Francés.

    Geschichte
    Die Hütte ist mit dem Bootsbetrieb gewachsen und wird von einem der beiden Konzessionäre betrieben, die die Unterkünfte im Park unter sich aufteilen.
    Warum berühmt
    Es ist der einzige Ort auf der Westseite mit Betten, Zeltplätzen, Küche und Bootsanschluss, und damit der Umschlagplatz für fast alle W-Wanderer.
    Wusstest du
    Der namensgebende Cerro Paine Grande ist mit knapp 3.000 Metern der höchste Berg des Massivs, also deutlich höher als die berühmteren Torres.
    ↗ In Maps öffnen
  5. 04

    Mirador Lago Grey

    14:00 · 60m
    Der Aussichtspunkt liegt direkt am Weg, kein Umweg nötig. Unten treiben blaue Eisberge und stranden auf dem dunklen Ufer. Der Rücken ist völlig ungeschützt, halte Kamera und Mütze fest. Eine Stunde reicht, länger hält man bei Sturm ohnehin nicht durch.
    Über diesen Ort

    Ein Aussichtspunkt über den Lago Grey auf der W-Route, mit Blick auf die Eisberge, die vom Glaciar Grey abbrechen.

    Geschichte
    Der See hat sich gebildet, als sich der Gletscher zurückzog. Er wächst weiter, weil die Eisfront seit Jahrzehnten schrumpft.
    Warum berühmt
    Blaues Eis auf dunklem Wasser vor grauer Uferlinie ist eines der meistfotografierten Motive des Parks.
    Wusstest du
    Eisberge kippen ohne Vorwarnung um, sobald unter Wasser genug Masse weggeschmolzen ist. Deshalb hält man auch am Ufer Abstand.
    ↗ In Maps öffnen
  6. 05

    Refugio Grey

    16:00 · 60m
    Die kleinste Hütte auf der W-Route, Betten und Zeltplattformen sind Monate vorher weg. Sie liegt oberhalb der Ostflanke des Gletschers, vom Steg aus hörst du das Eis arbeiten. Abendessen nur mit Vorbestellung. Wer kann, bucht hier zwei Nächte, sonst wird der nächste Tag sehr lang.
    Über diesen Ort

    Die Berghütte am Ostufer des Lago Grey, kurz unterhalb der Gletscherfront und letzter Stützpunkt vor dem Aufstieg zum Paso John Gardner.

    Geschichte
    Der Standort ist der westlichste Punkt der W-Route und zugleich eine Station der großen O-Runde. Die Kapazität wurde klein gehalten, weil die Versorgung aufwendig ist.
    Warum berühmt
    Von hier starten Boots- und Kajaktouren zur Gletscherfront, und die Hängebrücken im Norden beginnen gleich hinter dem Haus.
    Wusstest du
    Alles, was hier verbraucht wird, kommt per Boot oder zu Fuß herein. Deshalb sind die Preise die höchsten im ganzen Park.
    ↗ In Maps öffnen
Tag 39/1/2026

Glaciar Grey zu Fuß

Glaciar Grey

Wetter
2°-2°

Schnee

91%6 km/h
Schirm einpackenWarm anziehen
Steil hinauf zum Mirador Grey, über schwingende Hängebrücken, mit Blick über die ganze Länge des Eises. Nachmittags dieselben elf Kilometer zurück nach Paine Grande, diesmal gegen den Wind, der auf dem offenen Rücken richtig zulangt.

Der Tag im Überblick

Der Tag beginnt mit dem steilsten Stück der Woche. Vom Refugio Grey geht es nordwärts über Wurzeln und Fels hinauf, über drei Hängebrücken, die spürbar schwingen, und irgendwann liegt nicht mehr nur die Front unter dir, sondern die ganze Länge des Gletschers. Wer die große O-Runde läuft, steigt hier weiter zum Paso John Gardner. Für dich ist es ein Hin und Zurück. Gegen elf bist du zurück am Steg, Zeit für ein frühes Mittagessen und, wenn der Wind mitspielt, für eine Bootsfahrt oder Kajaktour zwischen den Eisbergen an der Gletscherfront. Am Nachmittag dieselben elf Kilometer zurück nach Paine Grande. Bergab liest sich das leichter, als es sich anfühlt, weil der Wind am Nachmittag auffrischt und auf dem offenen Rücken frontal kommt.

Praktische Tipps

  • Die Brücken werden einzeln begangen und haben eine Gewichtsgrenze. Bei Gruppen entstehen Wartezeiten, plane sie ein.
  • Boot und Kajak fallen bei Wind aus, oft kurzfristig. Buche nichts, was du nicht stornieren kannst.
  • Stöcke sind heute kein Luxus, sondern auf dem Rückweg die halbe Miete.
  • Mittagessen im Refugio nur mit Vorbestellung, sonst reicht die Küche nicht für alle.
  • Wasser holst du an den Bächen, die von den Hängen kommen. In der Hütte ist es ebenfalls kostenlos.

Von Stopp zu Stopp

Alles zu Fuß und alles auf demselben Weg. Refugio Grey zum Mirador Grey und zurück dauert mit Pausen etwa drei Stunden. Die elf Kilometer nach Paine Grande brauchen je nach Wind dreieinhalb bis viereinhalb Stunden. Starte spätestens um halb drei, damit du im Hellen ankommst. Anfang September wird es kurz nach 19 Uhr dämmrig.

Vor Ort

Der Grey ist ein Auslass des Campo de Hielo Sur, des südpatagonischen Inlandeises und der größten zusammenhängenden Eisfläche der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis. Er zieht sich seit Jahrzehnten zurück, und als 2017 und 2019 große Stücke aus der Front brachen, war das im Park wochenlang Thema. Das Blau in den Eisbergen ist kein Trick des Lichts, sondern eine Frage der Dichte. Wo die Luft aus dem Eis gepresst wurde, schluckt es die roten Anteile des Lichts und lässt Blau übrig.

  1. 01

    Mirador Grey & suspension bridges

    07:30 · 180m
    Eine steile Stunde nordwärts, dann kommen die Hängebrücken über die Seitenschluchten. Sie schwingen und dürfen nur einzeln begangen werden, bei Gruppen entstehen Wartezeiten. Oben siehst du nicht nur die Front, sondern die ganze Länge des Eises. Geh früh los, morgens ist der Wind meist schwächer.
    Über diesen Ort

    Ein Aussichtspunkt nördlich des Refugio Grey auf dem Weg der O-Runde, erreichbar über mehrere Hängebrücken hoch über den Seitenschluchten.

    Geschichte
    Der Abschnitt gehört zur großen Runde um das Massiv, die viel später erschlossen wurde als die W-Route. Die Brücken machen die Schluchten passierbar, die den Weg sonst unterbrechen würden.
    Warum berühmt
    Hier wird der Glaciar Grey nicht mehr als Front sichtbar, sondern als breiter Eisstrom, der bis zum Inlandeis zurückreicht.
    Wusstest du
    Wer weitergeht, steht am Paso John Gardner auf rund 1.200 Metern und schaut über das Campo de Hielo Sur, dessen Ende von dort aus nicht zu sehen ist.
    ↗ In Maps öffnen
  2. 02

    Refugio Grey

    11:00 · 45m
    Zurück am Steg für ein frühes Mittagessen. Wenn der Wind es zulässt, passt vorher noch eine Bootsfahrt oder Kajaktour zwischen die Eisberge an der Gletscherfront. Beides fällt bei Sturm kurzfristig aus, buche also nichts Unstornierbares. Danach nicht zu lange sitzen bleiben, der Rückweg ist lang.
    Über diesen Ort

    Die Hütte am Lago Grey, von deren Steg die Boots- und Kajaktouren an die Gletscherfront starten.

    Geschichte
    Der Bootsbetrieb auf dem Lago Grey ist mit dem Rückzug des Gletschers gewachsen, weil der See dabei größer und die Fahrt zur Eisfront länger wurde.
    Warum berühmt
    Zwischen den Eisbergen zu paddeln, mit der blauen Wand vor dem Bug, ist eines der wenigen Erlebnisse im Park, für das man kein Bergsteigerkönnen braucht.
    Wusstest du
    Touren werden hier häufiger vom Wind abgesagt als vom Regen. Böen jenseits von 60 Kilometern pro Stunde sind im Frühjahr keine Seltenheit.
    ↗ In Maps öffnen
  3. 03

    Refugio Paine Grande

    16:00 · 60m
    Elf Kilometer zurück, dreieinhalb bis viereinhalb Stunden. Der Nachmittagswind kommt auf dem offenen Rücken frontal, Stöcke und eine feste Kapuze helfen mehr als Tempo. Starte spätestens um halb drei. In der Hütte zuerst das Abendessen bestätigen, dann duschen, sonst ist beides weg.
    Über diesen Ort

    Der zentrale Stützpunkt am Lago Pehoé, an dem der westliche Arm der W-Route endet und der mittlere beginnt.

    Geschichte
    Der Platz war schon vor dem Ausbau eine Kreuzung der Wege im Park, weil hier die einzige Bootsanbindung liegt.
    Warum berühmt
    Die Hütte steht unmittelbar unter dem Cerro Paine Grande, und die Abendstimmung über dem Lago Pehoé gehört zu den verlässlichsten Fotomomenten der Route.
    Wusstest du
    Das Wasser des Lago Pehoé fließt am Ende über den Río Serrano in den Fjord bei Puerto Natales, also genau dorthin, wo dein Trip angefangen hat.
    ↗ In Maps öffnen
Tag 49/2/2026

Valle del Francés

Valle del Frances

Wetter
2°-9°

Schnee

55%5 km/h
Schirm einpackenWarm anziehen
Das grünste Tal im ganzen Massiv. Vom Talboden geht es hinauf in ein Amphitheater aus Granit, in dem regelmäßig Lawinen vom Hängegletscher donnern, danach ein langer Quergang nach Osten ans Seeufer.

Der Tag im Überblick

Heute steht der mittlere Arm des W an, und viele halten ihn für den schönsten Abschnitt der Route. Von Paine Grande läufst du am Wasser entlang bis zum Campamento Italiano am Talausgang. Dort bleibt der schwere Rucksack zurück, und du steigst nur mit Wasser, Jacke und etwas zu essen ins Valle del Francés hinauf. Nach knapp einer Stunde erreichst du den Mirador Francés, gegenüber der Hängegletscher an der Ostflanke des Cerro Paine Grande. Bleib hier länger sitzen, als du geplant hast. Es lösen sich regelmäßig Lawinen, und der Knall kommt Sekunden nach dem Bild. Weiter oben öffnet sich das Tal zum Mirador Británico, einem fast geschlossenen Ring aus Granit. Danach zurück zum Rucksack und ein langer Quergang nach Osten am Nordufer des Lago Nordenskjöld bis zum Refugio Los Cuernos. Ein langer Tag, mit allem Drum und Dran zehn bis elf Stunden.

Praktische Tipps

  • Der Aufstieg ins Tal wird bei starkem Wind gesperrt. Die Ranger entscheiden morgens, frag im Refugio nach, bevor du losgehst.
  • Für den oberen Abschnitt gilt eine Umkehrzeit, meist am frühen Nachmittag. Halte dich daran, es wird kontrolliert.
  • Ohne großes Gepäck fühlt sich der Anstieg fast leicht an. Unterschätze trotzdem den Quergang danach, mit vollem Rucksack.
  • Zwischen Italiano und Británico gibt es nichts zu kaufen. Nimm mehr mit, als du zu brauchen glaubst.
  • Warme Dusche und gekochtes Abendessen in Los Cuernos musst du vorher gebucht haben.

Von Stopp zu Stopp

Paine Grande bis Campamento Italiano sind rund siebeneinhalb Kilometer am See entlang, gut zweieinhalb Stunden. Von dort bis zum Mirador Francés etwa eine Stunde steil bergauf, bis Británico noch einmal anderthalb. Der Rückweg ist derselbe Pfad. Von Italiano bis Los Cuernos rechnest du zweieinhalb Stunden am Ufer, mit ein paar kurzen Anstiegen über Geröll.

Vor Ort

Die Cuernos sind das Wahrzeichen des Parks, und ihre Farbe erklärt die Geologie besser als jede Tafel. Der helle Sockel ist Granit, der vor rund zwölf Millionen Jahren als Schmelze in ältere Sedimentgesteine eindrang. Die dunklen Kappen sind der Rest dieses älteren Deckgebirges. Der Mirador Británico trägt seinen Namen von einer britischen Bergsteigerexpedition, die hier oben lagerte. Ringsum stehen Gipfel wie Aleta de Tiburón, Espada und Máscara, und die Namen erklären sich beim Hinsehen von selbst.

  1. 01

    Campamento Italiano

    08:30 · 30m
    Kostenloses CONAF-Camp am Talausgang, einfach und ohne Verpflegung, Reservierung trotzdem Pflicht. Lass den großen Rucksack hier und nimm nur Wasser, Regenjacke und etwas zu essen mit nach oben. Frag vorher beim Ranger, ob das Tal offen ist, bei starkem Wind wird es gesperrt.
    Über diesen Ort

    Ein einfaches, kostenloses Camp der Nationalparkverwaltung CONAF am Eingang zum Valle del Francés.

    Geschichte
    Der Name erinnert an italienische Bergsteiger, die im Tal unterwegs waren. Der Platz ist einer der ältesten Lagerplätze im Massiv und bewusst schlicht geblieben.
    Warum berühmt
    Fast jeder auf der W-Route lässt hier den schweren Rucksack stehen, bevor es ins Tal hinaufgeht.
    Wusstest du
    Kostenlos heißt nicht frei zugänglich. Auch für die Gratisplätze der CONAF brauchst du eine Reservierung, und sie wird am Eingang kontrolliert.
    ↗ In Maps öffnen
  2. 02

    Mirador Frances

    10:00 · 60m
    Eine knappe Stunde steil hinauf vom Camp. Setz dich hin und warte, statt nur ein Foto zu machen. Vom Hängegletscher gegenüber lösen sich regelmäßig Lawinen, und der Knall kommt Sekunden nach dem Bild. Der Platz ist windig, nimm eine warme Schicht mit, auch wenn du verschwitzt ankommst.
    Über diesen Ort

    Ein Aussichtspunkt im unteren Valle del Francés, gegenüber dem Hängegletscher an der Ostflanke des Cerro Paine Grande.

    Geschichte
    Das Tal wurde von europäischen Expeditionen erkundet, lange bevor es den Nationalpark gab. Die Namen im Talkessel stammen bis heute aus dieser Zeit.
    Warum berühmt
    Es ist der beste Platz im Park, um Eislawinen aus sicherer Entfernung zu sehen und zu hören.
    Wusstest du
    Der Schall braucht über die Schlucht mehrere Sekunden. Du siehst die Lawine also immer zuerst und hörst sie erst, wenn sie längst unten ist.
    ↗ In Maps öffnen
  3. 03

    Mirador Britanico

    12:00 · 120m
    Noch einmal anderthalb Stunden über Blockwerk, oben öffnet sich das Tal zu einem fast geschlossenen Granitring. Plane zwei Stunden für Weg und Pause und achte auf die Umkehrzeit, die die Ranger morgens ausgeben. Bei tiefen Wolken lohnt der letzte Abschnitt kaum, dann bleib lieber am Mirador Francés.
    Über diesen Ort

    Der Aussichtspunkt am Kopf des Valle del Francés, umgeben von den Cuernos, dem Cerro Paine Grande und einer Reihe scharfer Granitgipfel.

    Geschichte
    Der Name geht auf eine britische Bergsteigerexpedition zurück, die im Tal ihr Lager hatte. Das Camp kurz darunter heißt bis heute Campamento Británico.
    Warum berühmt
    Es ist der Umkehrpunkt des mittleren Arms der W-Route und der einzige Ort, an dem du fast rundherum von Granit umgeben stehst.
    Wusstest du
    Die Gipfel ringsum heißen unter anderem Aleta de Tiburón, Espada, Hoja und Máscara, also Haifischflosse, Schwert, Blatt und Maske. Die Formen erklären die Namen von selbst.
    ↗ In Maps öffnen
  4. 04

    Refugio Los Cuernos

    17:00 · 60m
    Hütte und einzelne Cabañas am Nordufer des Nordenskjöld, direkt unter den Cuernos. Warme Dusche und gekochtes Abendessen musst du vorher gebucht haben, spontan geht hier nichts. Nach dem langen Tag lohnt eine Cabaña, falls noch eine frei ist. Der Wind fällt am Abend oft komplett ab.
    Über diesen Ort

    Eine Berghütte mit kleinen Holzhütten am Nordufer des Lago Nordenskjöld, unmittelbar unter den Cuernos del Paine.

    Geschichte
    Der Standort liegt auf dem alten Verbindungsweg zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil des Massivs und wurde mit dem Ausbau der W-Route zu einer festen Station.
    Warum berühmt
    Kaum eine Unterkunft im Park steht so dicht unter den Gipfeln wie diese.
    Wusstest du
    Die dunklen Kappen der Cuernos sind älter als der helle Granit darunter. Die Schmelze ist von unten in das Deckgebirge eingedrungen und hat es angehoben, statt es zu ersetzen.
    ↗ In Maps öffnen
Tag 59/3/2026

Am Lago Nordenskjöld entlang

Refugio Chileno

Wetter
3°-1°

Schnee

57%14 km/h
Schirm einpackenWarm anziehen
Ein ruhigerer Tag am milchig türkisen Nordenskjöld entlang, danach der Abzweig hinauf ins Valle Ascencio. Wer oben in Chileno schläft, spart sich morgen früh fast zwei Stunden Aufstieg im Dunkeln.

Der Tag im Überblick

Nach dem langen Vortag wird es ruhiger. Der Weg bleibt lange am Nordufer des Lago Nordenskjöld, mal über Geröll, mal durch niedrigen Lengabusch, das Massiv über der rechten Schulter. Der Mirador Lago Nordenskjöld am Vormittag ist einer der wenigen Punkte, an dem See und Cuernos zusammen ins Bild passen. Gegen Mittag erreichst du das Welcome Center von Hotel Las Torres, den östlichen Knotenpunkt mit richtigem Restaurant, Duschen und dem letzten verlässlichen Handyempfang. Nimm dort ein warmes Mittagessen, es ist die einzige echte Küche des Tages. Am Nachmittag zweigt der Weg ins Valle Ascencio ab und steigt zum Refugio Chileno. Der Anstieg ist kurz, aber zäh, weil der Wind im engen Tal beschleunigt.

Praktische Tipps

  • Chileno ist die kleinste und begehrteste Unterkunft im Park. Ohne Reservierung Monate im Voraus läuft nichts.
  • Packe die Sachen für morgen früh schon am Abend, damit du um vier nichts suchst und niemanden weckst.
  • Stirnlampe, Ersatzbatterien und Handschuhe griffbereit halten. Es geht im Dunkeln los.
  • Lade Telefon und Powerbank am Welcome Center, oben sind Steckdosen knapp.
  • Gepäck, das du morgen nicht brauchst, kannst du am Welcome Center lassen, wenn du hierher zurückkommst.

Von Stopp zu Stopp

Von Los Cuernos zum Welcome Center sind es etwa elf Kilometer, vier bis fünf Stunden, überwiegend flach mit ein paar Wellen. Vom Welcome Center hinauf nach Chileno rund fünfeinhalb Kilometer und knapp zwei Stunden, mit dem einzigen ernsthaften Anstieg gleich am Anfang. Für dieses Stück kannst du auch ein Pferd nehmen, die Estancia bietet Reit- und Gepäcktransport ins Tal an.

Vor Ort

Der See trägt den Namen von Otto Nordenskjöld, einem schwedischen Geologen, der um 1900 in Südpatagonien forschte und später eine Antarktisexpedition leitete. Sein Türkis kommt von Gletschermehl, feinem Gesteinsstaub, den die Gletscher abreiben und der im Wasser in der Schwebe bleibt. Das Land rund um den östlichen Eingang war Schafestancia, bevor der Nationalpark 1959 entstand. Ein Teil der Hütten und der gesamte Reitbetrieb gehören bis heute zu diesem Familienbesitz.

  1. 01

    Mirador Lago Nordenskjold

    09:00 · 45m
    Ein kurzer Abstecher am Weg, mit Pause keine 45 Minuten. Von hier passen See und Cuernos zusammen ins Bild, was sonst kaum irgendwo klappt. Vormittags steht die Sonne günstig. Bei Wind gibt es weniger Spiegelung, dafür ziehen die Wolken schnell durch und geben die Gipfel zwischendurch frei.
    Über diesen Ort

    Ein Aussichtspunkt über den Lago Nordenskjöld auf dem Weg zwischen Los Cuernos und dem östlichen Eingang.

    Geschichte
    Der See trägt den Namen von Otto Nordenskjöld, einem schwedischen Geologen, der um 1900 in Südpatagonien forschte und später eine Antarktisexpedition leitete.
    Warum berühmt
    Das milchige Türkis vor der dunklen Bänderung der Cuernos ist eines der Bilder, mit denen der Park weltweit wirbt.
    Wusstest du
    Die Farbe kommt von Gletschermehl. Es ist so fein, dass es nicht absinkt, sondern in der Schwebe bleibt und das Licht streut.
    ↗ In Maps öffnen
  2. 🚗drive· 53 min· 29.8 km↗ Directions
  3. 02

    Hotel Las Torres welcome center

    13:30 · 45m
    Der östliche Knotenpunkt, mit richtigem Restaurant, Duschen und dem letzten verlässlichen Empfang. Nimm ein warmes Mittagessen und fülle Wasser auf, oben in Chileno wird alles knapper. Lade hier Telefon und Powerbank. Gepäck kannst du deponieren, wenn du nach dem Torres-Tag hierher zurückkommst.
    Über diesen Ort

    Das Besucherzentrum von Hotel Las Torres am östlichen Eingang zur W-Route und Ausgangspunkt für das Valle Ascencio.

    Geschichte
    Das Gelände gehört zur Estancia Cerro Paine, einem Schafbetrieb, den es schon vor der Gründung des Nationalparks 1959 gab. Aus der Estancia ist über die Jahrzehnte ein Tourismusbetrieb geworden.
    Warum berühmt
    Von hier startet der Aufstieg zum Mirador Las Torres, den auch Tagesgäste gehen, die gar nicht auf der W-Route unterwegs sind.
    Wusstest du
    Ein Teil des Parkgebiets ist bis heute Privatland. Der bekannteste Aufstieg des Parks liegt deshalb nicht auf CONAF-Boden, sondern auf dem einer Estancia.
    ↗ In Maps öffnen
  4. 🚗drive· 3 min· 900 m↗ Directions
  5. 03

    Refugio Chileno

    16:30 · 60m
    Die einzige Unterkunft im Valle Ascencio und Monate vorher ausgebucht. Wer hier schläft, spart am Gipfeltag fast zwei Stunden und ist vor den Tagesgästen oben. Packe alles für den Start um vier schon am Abend. Steckdosen sind knapp, Abendessen und Lunchpaket bestellst du vorher.
    Über diesen Ort

    Eine kleine Berghütte im Valle Ascencio, etwa auf halbem Weg zwischen dem östlichen Eingang und dem Mirador Las Torres.

    Geschichte
    Die Hütte entstand, als der Aufstieg zu den Türmen zur meistgegangenen Strecke des Parks wurde, und hat aus dem langen Tagesausflug eine ruhigere Zweitagestour gemacht.
    Warum berühmt
    Sie ist die einzige Möglichkeit, den Sonnenaufgang an den Torres ohne nächtlichen Aufstieg aus dem Tal zu erreichen.
    Wusstest du
    Ein Teil der Versorgung kommt mit Pferden das Tal herauf. Andere Wege gibt es nicht, für niemanden.
    ↗ In Maps öffnen
Tag 69/4/2026

Sonnenaufgang an den Torres

Mirador Las Torres

Wetter
2°-3°

Niesel

25%8 km/h
Schirm einpackenWarm anziehen
Vor Sonnenaufgang mit Stirnlampe über die Moräne, oben das erste Licht auf den drei Granittürmen über der stillen Lagune. Danach der lange Abstieg zurück ins Tal.

Der Tag im Überblick

Das ist der Tag, für den die ganze Woche gebaut ist. Aufstehen um vier, Stirnlampe an, im Dunkeln aus Chileno hinaus durch den Lengawald, bis der Weg in die Moräne kippt. Der letzte Kilometer ist ein Blockfeld, das jeden auf Kriechtempo bringt, egal wie fit. Oben liegt die Lagune, dahinter stehen Torre Norte, Torre Central und Torre Sur. Wenn das Wetter mitspielt, färbt das erste Licht den Granit für ein paar Minuten tiefrot, und dann ist es vorbei. Danach der lange Abstieg, erst zurück nach Chileno, dann durch das Valle Ascencio hinaus zum Hotel Las Torres. Dort endet das Trekking, mit heißer Dusche und den Türmen im Rücken.

Praktische Tipps

  • Zwei Paar Handschuhe. Vor Sonnenaufgang liegt es oben oft um den Gefrierpunkt, und der Wind macht daraus deutlich weniger.
  • Sitzunterlage und Daunenjacke, denn du wartest womöglich eine Stunde im Kalten auf das Licht.
  • Warmes Frühstück gibt es in Chileno erst später. Lass dir am Vorabend ein Lunchpaket richten.
  • Der Rückweg dauert länger, als alle denken. Rechne ab der Lagune mit vier bis fünf Stunden bis zum Hotel.
  • Buche den Bus nicht vor dem späten Nachmittag, sonst wird der Abstieg zur Hetze.

Von Stopp zu Stopp

Chileno bis zum Mirador Las Torres sind rund vier Kilometer mit etwa 400 Höhenmetern, im Dunkeln knapp zwei Stunden. Zurück nach Chileno etwa anderthalb, von dort hinunter zum Hotel Las Torres noch einmal zwei bis zweieinhalb. Alles auf demselben Weg, Abkürzungen gibt es nicht, und die Moräne ist bei Nässe rutschig.

Vor Ort

Die drei Türme bestehen aus demselben Granit wie die Cuernos, rund zwölf Millionen Jahre alt. Die Gletscher haben das weichere Deckgestein abgetragen und die Säulen stehen lassen. Torre Sur ist mit gut 2.500 Metern die höchste der drei. Paine ist übrigens kein spanisches Wort, sondern kommt aus dem Tehuelche und bedeutet blau. Ausgesprochen wird es zweisilbig, pai-ne, nicht englisch.

  1. 01

    Refugio Chileno

    04:30 · 30m
    Start im Dunkeln, Stirnlampe und warme Schicht direkt griffbereit. Der Weg durch den Lengawald ist einfach, der letzte Kilometer ist ein Blockfeld, das alle auf Kriechtempo bringt. Warmes Frühstück gibt es erst später, hol dir am Vorabend ein Lunchpaket. Rechne mit knapp zwei Stunden bis oben.
    Über diesen Ort

    Die Hütte im Valle Ascencio, von der aus der letzte Aufstieg zum Mirador Las Torres startet.

    Geschichte
    Der Pfad ins obere Tal wurde von Bergsteigern angelegt, die zu den Wänden der Türme wollten. Erst später wurde daraus der Wanderweg zum Aussichtspunkt.
    Warum berühmt
    Von hier ist die Lagune vor den Türmen früh genug erreichbar, um das erste Licht mitzunehmen.
    Wusstest du
    Im Dunkeln sieht man von der Hütte aus die Kette der Stirnlampen den Hang hinaufziehen, oft schon eine halbe Stunde vor dem eigenen Aufbruch.
    ↗ In Maps öffnen
  2. 02

    Mirador Las Torres

    06:45 · 120m
    Sei vor Sonnenaufgang oben, Anfang September geht die Sonne gegen halb acht auf. Das Alpenglühen färbt die Türme wenige Minuten tiefrot und ist dann vorbei. Es ist oft um den Gefrierpunkt und windig, also Daunenjacke, zwei Paar Handschuhe und etwas zum Draufsetzen. Für den Rückweg vier bis fünf Stunden einplanen.
    Über diesen Ort

    Der Aussichtspunkt auf der Moräne über der Gletscherlagune am Fuß der drei Granittürme Torre Norte, Torre Central und Torre Sur.

    Geschichte
    Die Türme gehören zu einer Granitintrusion, die vor rund zwölf Millionen Jahren in ältere Sedimentgesteine eindrang. Gletscher haben das weichere Deckgestein abgetragen und die Säulen freigelegt.
    Warum berühmt
    Diese drei Türme sind das Bild, das die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie Patagonien hören.
    Wusstest du
    Paine ist kein spanisches Wort, sondern kommt aus dem Tehuelche und bedeutet blau. Gesprochen wird es zweisilbig, pai-ne.
    ↗ In Maps öffnen
  3. 03

    Hotel Las Torres

    13:30 · 90m
    Hier endet das Trekking. Dusche, trockene Sachen aus dem deponierten Gepäck und ein Pisco Sour auf der Terrasse, mit den Türmen im Rücken. Buche den Bus nicht zu früh, der Abstieg dauert länger als gedacht. Das Restaurant ist auch für Gäste offen, die nicht im Hotel schlafen.
    Über diesen Ort

    Das Hotel am östlichen Eingang des Parks, auf dem Gelände der Estancia Cerro Paine und Endpunkt des klassischen W-Treks.

    Geschichte
    Aus einem Schafbetrieb der Familie, die das Land seit Generationen bewirtschaftet, sind mit dem Aufkommen des Trekkings ein Hotel und ein Wanderstützpunkt geworden.
    Warum berühmt
    Hier kommen die meisten W-Wanderer an, und gleichzeitig starten hier alle, die den Aufstieg zu den Türmen als Tagestour gehen.
    Wusstest du
    Auf der Estancia weiden bis heute Rinder und Pferde. Die Pferde tragen einen Teil der Versorgung ins Valle Ascencio hinauf.
    ↗ In Maps öffnen
Tag 79/5/2026

Cueva del Milodón und Abreise

Puerto Natales

Wetter
8°-2°

Teils bewölkt

0%14 km/h
Warm anziehen
Ein langsamer Abschied. Erst die Höhle des Riesenfaultiers, dann Centolla am Wasser in Puerto Natales, bevor die Straße nach Süden Richtung Punta Arenas führt.

Der Tag im Überblick

Der letzte Tag ist ein langsames Ausrollen. Von der Ostseite fährst du über die Kontrollstelle Laguna Amarga aus dem Park, und die Steppe davor ist der beste Ort der ganzen Woche für Tiere. Guanakoherden stehen fast garantiert am Weg, Kondore kreisen über den Kuppen, und an der Laguna selbst stehen im Frühjahr Flamingos. Auf halbem Weg nach Puerto Natales liegt die Cueva del Milodón, eine ausgewaschene Höhle im Konglomeratfels, in der 1895 die Haut eines Riesenfaultiers gefunden wurde. Eine lebensgroße Nachbildung des Tieres steht heute gleich am Eingang. Danach noch einmal Costanera, Centolla am Wasser, und am Nachmittag der Bus nach Punta Arenas.

Praktische Tipps

  • Fernglas heute griffbereit halten, nicht unten im Gepäck.
  • Die Höhle hat einen Rundweg von etwa einer Stunde. Feste Schuhe reichen, drinnen ist es zugig und deutlich kühler als draußen.
  • Centolla wird nach Gewicht abgerechnet. Frag vor der Bestellung nach dem Preis.
  • Pumas sind rund um Laguna Amarga keine Legende, die Dichte gehört zu den höchsten überhaupt. Beobachten ja, aussteigen und hinterhergehen nein.
  • Lege den Weiterflug ab PUQ nicht vor 20 Uhr. Die Fahrt dauert drei Stunden, dazu kommt der Weg zum Flughafen.

Von Stopp zu Stopp

Vom Hotel Las Torres zur Kontrollstelle Laguna Amarga sind es sieben Kilometer Schotter, danach Asphalt nach Süden. Bis zur Cueva del Milodón rechnest du gut zwei Stunden, von der Höhle nach Puerto Natales noch rund 25 Kilometer, etwa eine halbe Stunde. Die Busse nach Punta Arenas fahren vom Terminal Rodoviario am Ortsrand. Von der Costanera dorthin sind es zu Fuß gut zwanzig Minuten, mit Gepäck lieber ein Taxi.

Vor Ort

Die Cueva del Milodón ist seit 1968 Naturdenkmal, benannt nach dem Riesenfaultier Mylodon, das hier bis vor rund zehntausend Jahren lebte. Hermann Eberhard stieß 1895 auf ein Hautstück, das so gut erhalten war, dass in Europa kurz ernsthaft über lebende Exemplare spekuliert wurde. Bruce Chatwin beginnt sein Buch In Patagonien mit genau so einem Stück Haut, das bei seiner Großmutter im Schrank lag, und hat damit mehr Reisende hierhergebracht als jede Werbekampagne.

  1. 01

    Laguna Amarga park exit

    09:00 · 90m
    Die Ausfahrt über die Steppe ist die beste Tierbeobachtung der ganzen Woche. Guanakoherden stehen fast immer am Weg, Kondore kreisen über den Kuppen, an der Laguna selbst stehen im Frühjahr Flamingos. Fernglas griffbereit halten. Aussteigen nur an der Kontrollstelle, Pumas sind hier keine Legende.
    Über diesen Ort

    Die östliche Kontrollstelle des Nationalparks an der gleichnamigen Laguna Amarga, einem salzhaltigen Steppensee.

    Geschichte
    Der Nationalpark wurde 1959 gegründet und 1978 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt. Die Kontrollstelle regelt seither den Zugang von Osten.
    Warum berühmt
    Hier werden Eintritt und Reservierungen geprüft, und die Steppe davor ist eines der besten Gebiete für Guanakos und Kondore.
    Wusstest du
    Der salzige See zieht Chileflamingos an, die im Sommerhalbjahr in den flachen Lagunen der Steppe stehen.
    ↗ In Maps öffnen
  2. 🚗drive· 72 min· 99.9 km↗ Directions
  3. 02

    Cueva del Milodon

    11:30 · 60m
    Rundweg von etwa einer Stunde, feste Schuhe reichen. Drinnen ist es zugig und deutlich kühler als draußen, also Jacke mitnehmen. Direkt am Eingang steht eine lebensgroße Nachbildung des Riesenfaultiers. Wer wenig Zeit hat, geht nur zur Hauptkammer und lässt die kleineren Höhlen aus.
    Über diesen Ort

    Eine riesige Höhle aus Konglomeratgestein nördlich von Puerto Natales, in der Überreste des ausgestorbenen Riesenfaultiers Mylodon gefunden wurden.

    Geschichte
    Hermann Eberhard entdeckte 1895 ein außergewöhnlich gut erhaltenes Hautstück. Der Fund löste in Europa eine Welle von Expeditionen aus, und manche hofften ernsthaft, das Tier lebe noch.
    Warum berühmt
    Sie ist der bekannteste paläontologische Fundort Patagoniens und seit 1968 Naturdenkmal.
    Wusstest du
    Bruce Chatwin beginnt sein Buch In Patagonien mit einem Stück dieser Haut, das bei seiner Großmutter im Schrank lag.
    ↗ In Maps öffnen
  4. 🚗drive· 20 min· 24.6 km↗ Directions
  5. 03

    Costanera lunch, Puerto Natales

    13:30 · 75m
    Am Wasser bestellst du Centolla, die südliche Königskrabbe. Sie wird nach Gewicht abgerechnet, frag also vor der Bestellung nach dem Preis. In der Saison kommt sie frisch, sonst aus der Kühlung, und der Unterschied schmeckt man. Reservieren musst du mittags nicht, aber komm vor eins, danach wird es eng.
    Über diesen Ort

    Die Restaurants an der Uferpromenade von Puerto Natales, bekannt für Centolla, die Königskrabbe aus den Kanälen der Region.

    Geschichte
    Der Ort lebte lange von Wolle und einer großen Fleischfabrik. Als beides zurückging, wurden Fischerei und später der Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle.
    Warum berühmt
    Centolla aus Magallanes gilt als das beste Meeresprodukt Chiles und geht zu einem großen Teil in den Export.
    Wusstest du
    Der Fang ist streng reguliert, mit mehrmonatiger Schonzeit und Mindestgrößen. Im Spätwinter ist die Saison normalerweise offen, im Hochsommer meist nicht.
    ↗ In Maps öffnen
  6. 🚗drive· 176 min· 247.5 km↗ Directions
  7. 04

    Bus to Punta Arenas

    15:30 · 180m
    Rund drei Stunden zurück über die Ruta 9. Die Busse fahren vom Terminal Rodoviario am Ortsrand, von der Costanera sind es zu Fuß gut zwanzig Minuten, mit Gepäck lieber ein Taxi. Manche Linien halten direkt am Flughafen, das spart die Fahrt in die Stadt. Weiterflug ab PUQ nicht vor 20 Uhr legen.
    Über diesen Ort

    Die Rückfahrt von Puerto Natales nach Punta Arenas, der Regionalhauptstadt an der Magellanstraße, mit dem Flughafen PUQ.

    Geschichte
    Punta Arenas entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als chilenischer Stützpunkt an der Magellanstraße und war vor dem Bau des Panamakanals einer der wichtigsten Häfen der Welt.
    Warum berühmt
    Von hier gehen die Flüge nach Santiago und weiter nach Norden. Die Stadt ist der Ausgangspunkt für die gesamte Region Magallanes.
    Wusstest du
    Der Flughafen Presidente Carlos Ibáñez del Campo liegt rund 20 Kilometer nördlich der Stadt, also auf dem Weg aus Puerto Natales. Wer dort aussteigt, spart sich den Weg zurück.
    ↗ In Maps öffnen
Tag 8

Tag 8

Nimm sie mit

Plane deine eigene.

Erstelle ein kostenloses Travolp-Konto und wir legen eine Kopie dieser Reise in deinen Atlas. Bearbeiten, erweitern, zu deiner machen.

Ein Bild von der ganzen Reise, pro Tag eine Karte, zum Ausdrucken oder für den Gruppenchat.

Die ganze Reise als Dokument, Tag für Tag, zum Ausdrucken oder Mailen. PNG und JPG liefern dieselben Seiten als Bilder, zusammen in einer ZIP.