Kyoto, Japan
temples, autumn leaves, kaiseki, tea houses
Higashiyama, Kyoto
Niesel
Du startest früh am Fushimi Inari Taisha und gehst so weit den Berg hinauf, bis die Reisegruppen zurückbleiben. Danach ein Espresso, dann der Wechsel nach Higashiyama: Kiyomizu-dera mit seiner Holzterrasse, ein langes Tofu-Mittagessen im Garten, Matcha auf halber Treppe. Der Abend gehört Gion, erst die Laternen an der Hanamikoji, dann Okonomiyaki am Teppan. Viele Stufen, wenig Hetze zwischen den Stopps.
Eingelaufene Schuhe sind heute wichtiger als alles andere, der Weg auf den Inari-Berg und die Gassen um Kiyomizu bestehen fast nur aus Treppen. Der Schrein ist rund um die Uhr geöffnet und kostet nichts, für Kiyomizu-dera brauchst du Eintritt und etwas Geduld an der Kasse. Für das Yudofu-Haus reservierst du am Wochenende besser vorab. Bargeld einstecken, kleine Teehäuser und Straßenstände rechnen oft nur bar ab. Nimm eine Trinkflasche mit, unterwegs stehen viele Automaten, aber kaum Mülleimer.
Fushimi Inari liegt direkt an der JR-Station Inari, zwei Stationen ab Kyoto mit der Nara-Linie. Von dort zurück nach Norden und mit Bus oder Taxi bis Gojozaka, von der Haltestelle sind es zehn Minuten bergauf zum Kiyomizu-dera. Ab hier läufst du. Sannenzaka und Ninenzaka führen als Treppengassen nach Norden hinunter, über den Maruyama-Park erreichst du Gion in gut zwanzig Minuten. Die Busse in Higashiyama stehen am Nachmittag oft im Stau, zu Fuß bist du meistens schneller.
In Gion wohnen und arbeiten Menschen. Die privaten Seitengassen an der Hanamikoji sind für Fotos gesperrt, und wenn dir eine Geiko oder Maiko auf dem Weg zu einem Termin begegnet, lass sie einfach vorbeigehen. Am Otowa-Wasserfall trinkst du aus einem der drei Strahlen, alle drei zu nehmen gilt als gierig. Sannenzaka hat außerdem seine eigene Legende. Wer hier stürzt, dem sollen drei Jahre Pech folgen, was vor allem heißt, langsam zu gehen.
Fushimi Inari Taisha
68 Fukakusa Yabunouchicho
Der wichtigste Inari-Schrein Japans, am Fuß und über die Hänge des Berges Inari im Süden von Kyoto. Berühmt sind die tausenden zinnoberroten Torii, die den Bergpfad überdachen.
Vermillion Espresso Bar & Info
Kleine Espressobar in einer Wohnstraße nördlich des Fushimi Inari Taisha, mit ein paar Plätzen am Wasser davor.
Kiyomizu-dera
1-294 Kiyomizu
Buddhistischer Tempel am Osthang von Kyoto, bekannt für die auf Pfeilern stehende Holzterrasse über dem Tal. Teil des UNESCO-Welterbes im alten Kyoto.
Okutan Kiyomizu
Traditionelles Yudofu-Haus in einem Garten unterhalb des Kiyomizu-dera, spezialisiert auf gekochten Tofu im Set.
Sannenzaka tea house
Teehaus an der Steintreppe Sannenzaka, der historischen Gasse zwischen Kiyomizu-dera und Nene-no-Michi.
Gion evening stroll
Kyotos bekanntestes Geisha-Viertel, östlich des Kamo zwischen der Shijo-Straße und dem Yasaka-Schrein.
Gion Tanto
Kleines Okonomiyaki-Restaurant in einer Seitengasse von Gion, gegrillt wird am Teppan direkt vor den Gästen.
Arashiyama, Kyoto
Bewölkt
Der Tag steht und fällt mit dem frühen Start. Vor acht gehört der Bambusweg in Sagano fast dir allein, zwei Stunden später schiebt sich dort eine Menschenkette hindurch. Danach der Teichgarten des Tenryu-ji, ein Kaffee am Flussufer und handgemachte Soba mit Blick auf die Togetsukyo-Brücke. Am Nachmittag wechselst du in den Nordwesten zum Kinkaku-ji, zum Abend geht es zurück ins Zentrum und quer durch den Nishiki-Markt.
Bequeme Schuhe und eine leichte Jacke reichen, die Wege sind flach, aber am Fluss zieht es morgens. Der Bambushain kostet nichts und ist immer offen, Tenryu-ji öffnet um halb neun, Garten und Gebäude werden getrennt bezahlt. Bei Yoshimura gibt es mittags Wartenummern, hol dir eine und geh in der Zwischenzeit ans Ufer. Am Nishiki-Markt zahlst du an vielen Ständen bar, und viele Läden schließen gegen 18 Uhr. Eine IC-Karte wie ICOCA spart dir an Bus und Bahn jedes Mal das Kramen nach Münzen.
Ab Kyoto bringt dich die JR-Sagano-Linie in rund 15 Minuten nach Saga-Arashiyama, von dort sind es zehn Minuten zu Fuß zum Bambushain. Alternativ fährt die kleine Randen-Bahn ab Shijo-Omiya direkt bis Arashiyama. Innerhalb Arashiyamas läufst du alles. Zum Kinkaku-ji nimmst du die Randen bis Kitano-Hakubaicho und steigst in den Bus um, mit dem Taxi bist du in gut 25 Minuten dort. Vom Kinkaku-ji zurück ins Zentrum geht es am schnellsten per Bus bis Kitaoji und weiter mit der Karasuma-U-Bahn bis Shijo, direkt am Nishiki-Markt.
Der Garten des Tenryu-ji arbeitet mit shakkei, geliehener Landschaft. Die Hügel dahinter gehören nicht zum Tempel, sind aber fest in die Komposition eingerechnet. Am Kinkaku-ji ist der Rundweg eine Einbahnstraße, gegen den Strom zurückzugehen ist unhöflich und funktioniert praktisch auch nicht. Im Nishiki-Markt gilt eine ungeschriebene Regel: nicht im Gehen essen. Die Händler wollen keine Soßenflecken auf der Ware, iss also direkt am Stand.
Arashiyama Bamboo Grove
Ein Weg durch dicht stehenden Moso-Bambus im Westen Kyotos, oberhalb des Tenryu-ji im Stadtteil Sagano.
Tenryu-ji garden
Haupttempel des Tenryu-Zweigs der Rinzai-Schule in Arashiyama, mit einem Teichgarten aus dem 14. Jahrhundert. UNESCO-Welterbe.
% Arabica Kyoto Arashiyama
Kleine Kaffeebar direkt am Fluss in Arashiyama, Teil einer in Kyoto gegründeten Rösterei.
Arashiyama Yoshimura
Soba-Restaurant an der Togetsukyo-Brücke, bekannt für handgemachte Buchweizennudeln und den Blick über den Fluss.
Kinkaku-ji (Golden Pavilion)
Zen-Tempel im Nordwesten Kyotos, offiziell Rokuon-ji. Die oberen zwei Stockwerke des Pavillons sind mit Blattgold überzogen.
Nishiki Market
Überdachte Marktgasse im Zentrum Kyotos, etwa 400 Meter lang, mit rund 130 Läden für Fisch, Gemüse, Tsukemono und Süßes.
Northern Kyoto
Bewölkt
Heute läufst du am Osthang entlang, von Norden nach Süden. Ginkaku-ji mit Sandkegel und Moosgarten zum Auftakt, dann der Philosophenweg am Kanal, gut zwei Kilometer unter Ahornbäumen. Nach dem Kaffee in einem alten Stadthaus gibt es Yudofu am Nanzen-ji, danach den Ziegelbogen des Aquädukts und Eikan-do im späten Nachmittagslicht. Der Abend gehört einem Kaiseki-Menü über dem Kamo.
Das Ahornlaub ist in Kyoto meist Mitte bis Ende November am schönsten, exakt planen lässt sich das nie. Zieh dich in Schichten an, morgens ist es kühl und in den Tempeln zieht es über die Holzböden. Tempelkassen nehmen oft nur Bargeld, heb also vorher etwas ab. Das Kaiseki-Menü reservierst du Wochen im Voraus und sagst beim Buchen, was du nicht isst. Für die Abendbeleuchtung im Eikan-do brauchst du im November ein eigenes Ticket und Geduld in der Schlange.
Zum Start bringt dich der Bus bis Ginkakuji-michi, von dort sind es fünf Minuten bergauf. Danach brauchst du keinen Fahrschein mehr. Der Philosophenweg führt in einer knappen Stunde nach Süden, Blue Bottle, Junsei und das Aquädukt liegen alle im Umkreis von zehn Gehminuten um Nanzen-ji, und Eikan-do ist der direkte Nachbar. Für den Abend nimmst du ab Keage die Tozai-U-Bahn bis Sanjo Keihan, von dort sind es fünf Minuten zu Fuß nach Pontocho.
Yudofu kommt aus der Klosterküche der Zen-Tempel und verzichtet auf Fleisch, Fisch und starke Gewürze. Das ist kein modernes Konzept, sondern Jahrhunderte alt. Beim Kaiseki bestimmt die Küche den Takt, du bestellst nichts nach, und starkes Parfüm bleibt zu Hause, weil es die Gerichte überlagert. Die Terrassen über dem Kamo, die kawayuka, stehen nur im Sommer, etwa von Mai bis September. Sonst sitzt du drinnen, dafür mit Blick durchs Fenster auf den Fluss.
Ginkaku-ji (Silver Pavilion)
Zen-Tempel Jisho-ji am Fuß der Ostberge, bekannt für Sandgarten, Moosgarten und den betont schlichten Pavillon.
Philosopher's Path
Fußweg entlang eines Kanals zwischen Ginkaku-ji und der Gegend um Nanzen-ji, gesäumt von Kirsch- und Ahornbäumen.
Blue Bottle Coffee Kyoto
Café der amerikanischen Rösterei in einem restaurierten Kyotoer Stadthaus nahe dem Nanzen-ji, mit Innenhof und offener Brühbar.
Junsei
Yudofu-Restaurant auf einem Gartengrundstück direkt neben dem Nanzen-ji, spezialisiert auf gekochten Tofu im Set.
Nanzen-ji aqueduct
Ein Aquädukt aus rotem Ziegel, das quer durch das Gelände des Zen-Tempels Nanzen-ji führt und Wasser aus dem Biwa-See transportiert.
Eikan-do Zenrin-ji
Buddhistischer Tempel am Fuß der Ostberge, Haupttempel des Seizan-Zweigs der Jodo-Schule, berühmt für seine Ahornbäume.
Pontocho kaiseki dinner
Schmale Restaurantgasse am Westufer des Kamo zwischen Shijo und Sanjo, dicht besetzt mit Lokalen von der Kaiseki-Küche bis zum Grillspieß.
Nara
Teils bewölkt
Nara war vor Kyoto Hauptstadt, und das merkt man: größere Tempel, weniger Gedränge, ein Park, der die halbe Innenstadt einnimmt. Der Tag beginnt an der Pagode des Kofuku-ji, führt weiter zur Großen Buddha-Halle des Todai-ji und über die Hirschwiesen zum Laternenschrein Kasuga Taisha. Zum Abschluss Kakinoha-Zushi in den alten Gassen von Naramachi, bevor es zurück nach Kyoto geht.
Rechne mit einem langen Fußtag, der Park ist größer, als die Karte vermuten lässt. Bargeld einstecken, viele Tempelkassen und der Senbei-Stand nehmen nichts anderes. Halte Papier, Karten und Papiertüten im Rucksack, die Hirsche fressen alles, was nach Futter aussieht. Die Eintritte für Todai-ji und die inneren Gänge von Kasuga Taisha zahlst du einzeln. Für den Rückweg musst du dich nicht hetzen, Züge fahren bis spät in den Abend.
Der Kintetsu Limited Express braucht ab Kyoto rund 35 Minuten und hält an Kintetsu Nara, gleich am Rand des Parks, dafür brauchst du zusätzlich zum Fahrschein ein Zuschlagticket. Mit JR Pass nimmst du den Miyakoji Rapid nach JR Nara, etwa 45 Minuten und gut 20 Minuten weiter Fußweg. In Nara selbst läufst du alles. Kofuku-ji, Todai-ji, Hirschpark und Kasuga Taisha liegen an einer durchgehenden Kette von Wegen, zusammen rund vier Kilometer. Von Kasuga Taisha nach Naramachi sind es 20 Minuten zu Fuß oder eine kurze Busfahrt.
Die Hirsche sind Wildtiere, keine Streichelzoo-Bewohner. Kauf die Senbei nur bei den lizenzierten Ständen, füttere nichts anderes und halte die Kekse hoch, sonst wird an der Jacke gezupft. Böcke werden in der Brunftzeit im Herbst ruppig. In den Tempelhallen ziehst du die Schuhe aus, Fotografieren ist mancherorts erlaubt, oft aber nicht, achte auf die Schilder. Am Schrein wäschst du dir am Wasserbecken erst Hände und Mund, bevor du weitergehst.
Kyoto Station → Nara
Die Verbindung zwischen Kyoto und Nara, bedient von zwei konkurrierenden Bahngesellschaften, der privaten Kintetsu und JR West.
Kofuku-ji
Buddhistischer Tempel am Rand des Nara-Parks, einst Haustempel des mächtigen Fujiwara-Klans. Teil des UNESCO-Welterbes von Nara.
Todai-ji Great Buddha
Tempel im Norden des Nara-Parks mit einer rund 15 Meter hohen Bronzefigur des Buddha Vairocana in einer der größten Holzhallen der Welt.
Nara deer park
Der weitläufige Park zwischen Kofuku-ji, Todai-ji und Kasuga Taisha, in dem rund 1.200 frei lebende Sikahirsche unterwegs sind.
Shizuka kamameshi
Traditionsrestaurant am Nara-Park, spezialisiert auf Kamameshi, Reis mit Einlage, gegart und serviert im kleinen Eisentopf.
Kasuga Taisha
Shinto-Schrein am Waldrand östlich des Nara-Parks, zinnoberrot gestrichen und umgeben von rund 3.000 Laternen.
Hiraso Naramachi
Traditionshaus in Naramachi, das Kakinoha-Zushi herstellt, in Kakiblätter gewickelte Sushi-Häppchen.
Central Kyoto
Bewölkt
Kein Programm, das dich jagt. Erst Filterkaffee in einem Hinterhof nahe dem Nishiki-Markt, dann To-ji im Süden mit der höchsten Holzpagode Japans über dem Teich. Danach eine halbe Stunde Stille in der riesigen Goeido-Halle des Higashi Hongan-ji, eine Schüssel Kyoto-Ramen neben dem Bahnhof und ab auf den Shinkansen.
Gepäck zuerst. Die Schließfächer am Bahnhof sind vormittags schnell voll, die Gepäckaufbewahrung im Untergeschoss ist die verlässlichere Lösung. Wer weiterreist, schickt den Koffer per Kuriergepäck ans nächste Hotel, das ist in Japan Standard und meist über Nacht da. Den Sitzplatz im Shinkansen reservierst du besser vorher. Mit JR Pass fährst du ohne Aufpreis nicht im Nozomi, sondern im Hikari, der braucht rund 20 Minuten länger. Ekiben kaufst du unten in der Halle, dort ist die Auswahl größer als am Bahnsteig.
Vom Café bis zum Bahnhof Kyoto sind es mit der Karasuma-U-Bahn ab Shijo drei Minuten. Zum To-ji läufst du vom Bahnhof in gut 15 Minuten nach Südwesten oder nimmst eine Station mit der Kintetsu-Linie bis Toji. Higashi Hongan-ji liegt zehn Minuten nördlich des Bahnhofs, das Ramen-Lokal fast davor. Der ganze letzte Tag spielt sich in einem Radius von zwei Kilometern um den Bahnhof ab, mit Koffer gut machbar.
To-ji stand schon da, als Kyoto gerade erst Hauptstadt geworden war, und war einer der wenigen Tempel, die innerhalb der Stadt überhaupt erlaubt waren. Fällt dein Abreisetag auf den 21., läuft auf dem Gelände der Kobo-san-Markt mit über tausend Ständen, dann brauchst du mehr Zeit. Und Ramen ist in Kyoto nichts Altehrwürdiges, sondern Nachkriegsküche, kräftiger und fettiger, als der Ruf der Stadt vermuten lässt.
Weekenders Coffee Tominokoji
Kleine Spezialitätenrösterei in einem Hinterhof in der Innenstadt von Kyoto, wenige Minuten vom Nishiki-Markt.
To-ji pagoda
Tempel im Süden Kyotos, gegründet zum Schutz der neuen Hauptstadt, mit der höchsten Holzpagode Japans. UNESCO-Welterbe.
Higashi Hongan-ji
Haupttempel des Otani-Zweigs der Jodo-Shinshu, wenige Minuten nördlich des Kyotoer Hauptbahnhofs, mit zwei außergewöhnlich großen Holzhallen.
Honke Daiichi-Asahi
Ramen-Lokal neben dem Kyotoer Hauptbahnhof, bekannt für Nudeln in dunkler Sojabrühe unter einer dicken Schicht Frühlingszwiebeln.
Kyoto Station, Shinkansen out
Der Hauptbahnhof Kyotos und Halt der Tokaido-Shinkansen zwischen Tokyo und Osaka.
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