Athens, Greece
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Acropolis, Athens
Dieser Tag gehört dem Felsen. Um acht ein Kaffee in Koukaki, um neun oben am Parthenon, solange die Luft noch erträglich ist und die Busse unten stehen. Zwei Stunden zwischen Propyläen, Erechtheion und dem Blick über die ganze Stadt reichen aus. Danach geht es bergab ins Akropolismuseum, wo die Glasböden über der ausgegrabenen antiken Stadt liegen und der Parthenonfries im obersten Stock wieder in seiner alten Reihenfolge hängt. Der Abend gehört Plaka, den neoklassizistischen Häusern und der Mnisikleous, die als Treppengasse voller Tavernentische nach oben führt.
Das Ticket für die Akropolis mit festem Zeitfenster buchst du vorher online, sonst wird die Schlange am Eingang lang. Es gibt ein Kombiticket, das mehrere Tage lang auch für die Antike Agora und weitere Ausgrabungen gilt, das rechnet sich schon ab dem zweiten Ort. Oben auf dem Felsen wächst kein Baum, also Hut, Sonnencreme und mindestens einen Liter Wasser einpacken. Feste Sohlen sind wichtig, der antike Marmor auf den Wegen ist blank poliert und rutschig. An Hitzetagen schließt die Akropolis mittags für einige Stunden, das steht morgens auf der Seite der Ephorie.
Alles an diesem Tag liegt zu Fuß beieinander. Vom Café in der Drakou sind es rund fünfzehn Minuten bergauf zum Südeingang an der Metrostation Akropoli, und der Südeingang ist morgens deutlich entspannter als der Haupteingang im Westen. Vom Ausgang zum Museum läuft man zehn Minuten hinunter, zum Mittagessen in der Falirou noch einmal fünf. Nach Plaka führt die autofreie Dionysiou Areopagitou am Fuß des Felsens entlang, eine Viertelstunde gemütlich. Wenn die Füße nicht mehr wollen, ist ein Taxi innerhalb dieses Viertels billig.
Abendessen beginnt hier selten vor neun, und niemand drängt dich vom Tisch. Trinkgeld ist keine Pflicht, aufrunden oder fünf Prozent bar auf den Teller legen ist üblich. Auf der Akropolis sind Absatzschuhe verboten, weil sie den Fels beschädigen, das nehmen die Aufseher ernst. Wenn du in einer Taverne Wasser bestellst, kommt fast immer die Flasche aus dem Kühlschrank, Leitungswasser ist in Athen aber unbedenklich und kostenlos. Und ein Kaffee ist hier eine Sitzgelegenheit, kein Becher zum Mitnehmen.
Kaya Specialty Coffee
Kleine Specialty-Coffee-Bar im Viertel Koukaki, an der Fußgängerzone Drakou wenige Minuten unterhalb der Akropolis.
Acropolis and Parthenon
Der Burgberg über Athen mit dem Parthenon, dem Erechtheion, dem Athena-Nike-Tempel und dem Torbau der Propyläen.
Acropolis Museum
Museum am Südhang der Akropolis, das die Funde vom Burgberg zeigt, darunter die erhaltenen Teile des Parthenonfrieses und die Original-Karyatiden des Erechtheions.
Mani Mani
Restaurant in Koukaki, das die Küche der Mani, der mittleren Halbinsel der Peloponnes, in moderner Form kocht.
Plaka lanes
Das älteste durchgehend bewohnte Viertel Athens, direkt unter dem Nord- und Osthang der Akropolis, mit neoklassizistischen Häusern und engen Treppengassen.
Palia Taverna tou Psarra
Traditionelle Taverne an der Erechtheos in Plaka, mit Tischen auf der Treppengasse unter Bäumen.
Monastiraki, Athens
Heute liegt das antike Athen ebenerdig vor dir statt oben auf dem Felsen. Die Agora war Markt, Gericht und Versammlungsplatz zugleich, und mittendrin steht mit dem Hephaisteion der besterhaltene dorische Tempel des Landes. Danach wird es voll und laut. Rund um den Avissinias-Platz stapeln sich Möbel, Schallplatten und Militärkram, dazwischen viel Souvenir. Am Nachmittag der ruhigste Teil des Tages: die weiß gekalkten Treppengassen von Anafiotika direkt unter der Nordwand der Akropolis. Zum Abschluss ein Dachterrassentisch an der Adrianou, wenn der Felsen angestrahlt ist.
Das Kombiticket vom Vortag gilt in der Agora weiter, sonst löst du dort ein Einzelticket. Der große Flohmarkt ist Sonntagvormittag, an einem Samstag hast du die festen Antiquitätenläden und die Stände am Avissinias-Platz, das ist ruhiger und oft ergiebiger. Handeln ist normal, aber in kleinen Schritten und freundlich. Im Gedränge gehört das Portemonnaie nach vorn. Für den Dachtisch bei Kuzina reservierst du am besten ein paar Tage vorher und sagst ausdrücklich, dass du oben sitzen willst, sonst landest du unten an der Straße.
Die Metrostation Monastiraki (Linien 1 und 3) ist der Ankerpunkt, ein Einzelticket gilt neunzig Minuten für alle Umstiege. Vom Café in der Iraklidon läufst du zehn Minuten die Apostolou Pavlou hinunter zum Agora-Eingang. Von der Agora zum Flohmarkt sind es fünf Minuten die Adrianou entlang, zum Kebab an der Mitropoleos noch einmal fünf. Nach Anafiotika geht es über die Stratonos hinauf, gut zehn Minuten, teils über unebene Stufen. Am Abend bist du von dort in einer knappen Viertelstunde wieder bei der Adrianou.
Anafiotika ist kein Freilichtmuseum, sondern ein bewohntes Viertel. Leise sein, nicht in offene Höfe fotografieren, keine Wäscheleinen als Kulisse benutzen. In Monastiraki sprechen dich Kellner direkt an und laden dich herein, ein freundliches Kopfnicken reicht als Absage. Das Wort Kebab heißt in Athen etwas anderes als in Berlin, es kommt gewürztes Hackfleisch auf Pita, und der Drehspieß heißt Gyros. Sonntags haben die meisten Läden geschlossen, Tavernen und Cafés dagegen sind dann besonders gut besucht, weil ganz Athen zum langen Mittagessen ausgeht.
The Underdog
Kleine Rösterei und Café in Thiseio, untergebracht in einem alten Haus an der Fußgängerzone Iraklidon, mit Innenhof.
Ancient Agora
Das Ausgrabungsgelände der Antiken Agora westlich der Akropolis, dem Markt-, Gerichts- und Versammlungsplatz des klassischen Athen.
Monastiraki flea market
Trödel- und Antiquitätenmarkt rund um den Avissinias-Platz und die Ifestou, gleich neben dem Platz von Monastiraki.
O Thanasis
Bekanntes Souvlaki- und Kebab-Lokal an der Mitropoleos, wenige Schritte vom Platz von Monastiraki, mit Tischen auf der Straße.
Anafiotika
Winziges Viertel aus weiß gekalkten Häusern und Treppengassen an der Nordflanke des Akropolisfelsens, gebaut im Stil der Kykladen.
Kuzina
Restaurant an der Adrianou in Thiseio, direkt am Zaun der Antiken Agora, mit Dachterrasse gegenüber der Akropolis.
Cape Sounion, Greece
Heute geht es raus aus der Stadt und die Küste hinunter. Erst Frühstück am Wasser in Glyfada, dann der See von Vouliagmeni, ein von unten gespeister Brackwassersee zwischen steilen Felswänden, in dem man ohne Anstrengung treibt. Mittags Fisch auf einer Terrasse über dem Meer, nachmittags eine letzte Runde schwimmen in der Bucht unterhalb des Kaps. Der Höhepunkt kommt zum Schluss. Auf der Klippe von Sounio stehen die Säulen des Poseidontempels seit dem 5. Jahrhundert vor Christus, und die Sonne geht genau dahinter unter.
Badesachen und ein zweites Handtuch, weil du zweimal ins Wasser gehst. Badeschuhe helfen am See und in der Bucht, der Einstieg ist steinig. Sonnenschutz für den ganzen Tag, denn Schatten gibt es an keinem der Stopps zuverlässig. Für den Abend eine leichte Jacke, auf dem Kap weht fast immer Wind. Am See wird Eintritt kassiert, Liege und Schirm sind meist dabei. Beim Tempel schließt die Kasse kurz vor Sonnenuntergang, Ende August also gegen acht, plane also lieber eine Stunde Puffer ein.
Am einfachsten ist ein Mietwagen oder ein fest vereinbartes Taxi für den ganzen Tag, weil die Stopps siebzig Kilometer auseinanderliegen. Öffentlich fährt der KTEL-Bus nach Sounio von der Mavromateon am Pedion tou Areos, die Küstenroute braucht rund zwei Stunden und hält an der Straße unterhalb des Tempels. Zwischen Glyfada und Vouliagmeni sind es zwanzig Minuten, von dort bis zum Kap noch einmal fünfundvierzig. An einem Sonntag fährt halb Athen ans Meer, auf der Poseidonos kann es zäh werden.
In Fischtavernen wird nach Gewicht abgerechnet. Der Fisch wird dir roh gezeigt, du fragst nach dem Kilopreis, bevor er auf den Grill kommt, das ist völlig normal und niemand nimmt es krumm. FKK ist an den offiziellen Stränden nicht üblich, an den kleinen Buchten unterhalb von Vouliagmeni schon. Abendessen um neun ist hier früh, um halb elf sitzt die Küste erst richtig am Tisch. Und das Papier gehört in Griechenland weiterhin in den Eimer neben der Toilette, nicht ins Becken.
Balux House Project
Café und Strandlokal direkt am Sand von Glyfada, am nördlichen Anfang der Athener Riviera.
Lake Vouliagmeni
Warmer Brackwassersee zwischen steilen Felswänden bei Vouliagmeni, gespeist von unterirdischen Quellen und über Tunnel mit dem Meer verbunden.
Taverna Syrtaki
Fischtaverne an der Küste kurz vor Kap Sounio, mit Terrasse direkt über dem Wasser und Blick zum Kap.
Sounio Beach
Flache Sandbucht unterhalb des Kaps von Sounio, in Sichtweite des Poseidontempels.
Cape Sounion, Temple of Poseidon
Dorischer Marmortempel für Poseidon auf einer sechzig Meter hohen Klippe an der Südspitze Attikas, von der man das Ägäische Meer überblickt.
Island Athens Riviera
Weiß gekalktes Restaurant mit Bar an der Küstenstraße zwischen Vouliagmeni und Varkiza, auf einer Terrasse über dem Meer.
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