Amsterdam, Netherlands
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Museumplein, Amsterdam
Bewölkt
Alles liegt heute um einen einzigen Platz herum. Rijksmuseum und Van Gogh Museum stehen sich am Museumplein gegenüber, dahinter beginnt der Vondelpark, und die Lokale sind jeweils ein bis zwei Straßen weiter. Zusammen kommst du auf gut vier Kilometer zu Fuß, die meisten davon im Park. Der Vormittag gehört dem 17. Jahrhundert, der Nachmittag van Gogh. Weil zwei große Museen an einem Tag anstrengen, kommt die Stunde im Grünen bewusst danach und nicht davor.
Beide Museen wollen ein Ticket mit festem Zeitfenster, und im Sommer sind die frühen Slots als Erstes weg. Buche ein paar Tage vorher online. Wenn mehr als drei, vier Museen auf deiner Liste stehen, rechne die Museumkaart durch, ab da lohnt sie sich. Große Rucksäcke musst du an der Garderobe abgeben, plane die Minuten mit ein. Kartenzahlung ist in den Niederlanden Standard, manche Läden nehmen überhaupt kein Bargeld mehr, dafür funktioniert nicht jede ausländische Kreditkarte. Eine Debitkarte hilft. Für den Park reichen bequeme Schuhe und eine dünne Jacke, am Wasser wird es abends kühler, als der Tag vermuten lässt.
Zu Fuß geht fast alles. Von De Pijp zum Museumplein sind es rund 15 Minuten, vom Rijksmuseum zu Loetje fünf, vom Van Gogh Museum in den Vondelpark ebenfalls fünf. Wer lieber fährt, leiht ein Rad, muss sich dann aber an die Regeln halten: rechts fahren, Abbiegen mit dem Arm anzeigen, zum Fotografieren immer runter vom Radweg. Die Trams 2 und 12 halten am Museumplein, falls die Füße am Nachmittag nicht mehr wollen.
In Amsterdam wird früh gegessen, viele Küchen schließen gegen halb zehn. Wer um acht noch keinen Tisch hat, sollte reserviert haben. Trinkgeld ist keine Pflicht, im Restaurant rundet man auf oder legt etwa fünf Prozent dazu. Und ein Wort zum Radverkehr: in der Praxis haben Fahrräder Vorrang, auch wenn die Ampel etwas anderes sagt. Schau nach links, bevor du vom Bürgersteig trittst.
CT Coffee & Coconuts
Ein dreistöckiges Café an der Ceintuurbaan in De Pijp, bekannt für sein Frühstück und für den Raum, in dem es serviert wird.
Rijksmuseum
Das niederländische Nationalmuseum am Museumplein, mit der größten Sammlung zur Kunst des Goldenen Zeitalters.
Café Loetje
Ein Eckcafé im Museumsviertel, das seinen Ruf einem einzigen Gericht verdankt.
Van Gogh Museum
Das Museum am Museumplein zeigt die weltweit größte Sammlung von Werken Vincent van Goghs, dazu Bilder seiner Zeitgenossen.
Vondelpark
Der bekannteste Park der Stadt, gut 45 Hektar Wiesen, Teiche und geschwungene Wege westlich vom Museumplein.
The Seafood Bar
Ein helles Fischlokal im Stil einer Fischhandlung, einen Block vom Museumplein entfernt.
Jordaan, Amsterdam
Der Tag beginnt am Noordermarkt und endet wieder im Jordaan, dazwischen liegen die drei großen Grachten und ein Nachmittag auf dem Wasser. Das Anne Frank Haus steht früh im Plan, und das hat zwei Gründe: die Schlange ist morgens kürzer, und danach tut ein langsamer Weg an der Prinsengracht gut. Am Nachmittag geht es aufs Boot, weil der Grachtengürtel vom Wasser aus anders aussieht als von der Brücke. Abends kommt auf den Teller, was Amsterdamer sonst zu Hause essen.
Tickets für das Anne Frank Haus gibt es ausschließlich online, mit Zeitfenster, und sie sind oft Wochen vorher weg. Setz dir eine Erinnerung, sobald das Datum steht. Größere Taschen bleiben draußen, fotografieren ist im Haus nicht erlaubt, und die Treppen im Hinterhaus sind steil und schmal. Für die Grachtenfahrt nimm ein Boot mit offenem oder halb offenem Deck, die geschlossenen Glasboote spiegeln bei Sonne und beschlagen bei Regen. Regenjacke statt Schirm, im Wind auf den Brücken hält ohnehin kein Schirm. Bei Moeders vorher reservieren, das Lokal hat nur wenige Tische.
Der ganze Tag lässt sich laufen. Vom Noordermarkt zum Anne Frank Haus sind es zehn Minuten an der Prinsengracht entlang, von dort in die Negen Straatjes noch einmal zehn. Die Pancake Bakery liegt fast nebenan. Zum Bootsanleger brauchst du je nach Reederei 10 bis 20 Minuten, viele legen an der Prinsengracht oder am Damrak ab. Zurück in den Jordaan kommst du vom Zentrum aus mit der Tram 13 oder 17 in wenigen Minuten.
Der Grachtengürtel ist Welterbe, vor allem aber ein Wohnviertel. Vor vielen Fenstern hängen keine Gardinen, hineingeschaut wird trotzdem nicht. Hausboote sind richtige Adressen mit Briefkasten und Stromanschluss. Der Jordaan war lange das Viertel der Arbeiter, heute sind die Mieten hoch, geblieben sind die schmalen Häuser und die Hofjes, kleine Innenhöfe hinter unscheinbaren Türen. Steht eine davon offen, darfst du hineinsehen. Leise.
Winkel 43
Ein Eckcafé am Noordermarkt im Jordaan, bekannt vor allem für seine Apfeltorte.
Anne Frank House
Das Haus an der Prinsengracht 263, in dessen Hinterhaus sich Anne Frank mit sieben weiteren Menschen versteckte. Heute ein Museum.
Jordaan canals
Der Jordaan und der westliche Grachtengürtel, ein Netz aus Kanälen, Speicherhäusern und schmalen Gassen westlich der Altstadt.
The Pancake Bakery
Ein Pfannkuchenrestaurant im Untergeschoss eines alten Grachtenspeichers an der Prinsengracht, wenige Häuser vom Anne Frank Haus entfernt.
Canal cruise
Eine Rundfahrt durch den Grachtengürtel, meist gut eine Stunde, oft mit Abstecher auf die Amstel.
Moeders
Ein kleines Restaurant im Jordaan mit niederländischer Hausmannskost und Wänden voller Familienfotos.
De Pijp, Amsterdam
Heute geht es von der alten Stadt nach De Pijp. Morgens ist es ruhig, im Begijnhof hörst du hinter dem Tor die Kalverstraat kaum noch. Danach wird es voller, erst der Blumenmarkt am Singel, dann der Albert Cuyp mit mehreren hundert Ständen. Der Nachmittag gehört dem Bier, der Abend einem langen Tisch mit vielen kleinen Tellern. Von der ersten bis zur letzten Station sind es knapp drei Kilometer.
Der Albert Cuyp hat sonntags zu, das ist der einzige Wochentag, an dem dieser Plan nicht aufgeht. Nimm etwas Bargeld mit, auch wenn die meisten Stände Karte nehmen. Iss dich in Etappen durch und nicht am ersten Stand satt. Für die Heineken Experience online buchen, das ist günstiger als an der Kasse und sichert dir ein Zeitfenster. Blumenzwiebeln nur mit Zertifikat kaufen, innerhalb der EU ist die Einfuhr unproblematisch, für alles andere vorher kurz nachsehen. Und im Begijnhof gilt Zimmerlautstärke, das ist Wohnraum und kein Museum.
Auch heute reicht zu Fuß. Von Gartine zum Begijnhof sind es fünf Minuten, weiter am Singel entlang zum Bloemenmarkt noch einmal fünf. Bis zum Albert Cuyp läufst du rund 20 Minuten oder nimmst die Tram 24 Richtung Süden. Die Heineken Experience liegt am westlichen Ende der Marktstraße, Bazar mittendrin, zwischen beiden sind es keine zehn Minuten. Nach dem Abendessen bringt dich die Tram von der Stadhouderskade zurück ins Zentrum, spät nachts fahren Nachtbusse.
De Pijp wurde im 19. Jahrhundert schnell und billig für Arbeiter hochgezogen. Später kamen Studenten dazu und Familien aus Surinam, der Türkei und Marokko. Das schmeckt man auf dem Markt bis heute. Hollandse Nieuwe, der junge Hering, kommt ab dem Frühsommer in den Verkauf, gegessen wird er mit gehackten Zwiebeln, am Stand, im Stehen. Stroopwafels kaufst du warm und direkt vom Eisen. Die abgepackten aus dem Supermarkt sind eine völlig andere Sache.
Gartine
Ein sehr kleines Frühstückslokal in einer Seitengasse der Altstadt, das einen großen Teil seiner Zutaten selbst anbaut.
Begijnhof
Ein stiller Innenhof mit alten Wohnhäusern rund um einen Rasen, wenige Schritte vom Spui entfernt.
Bloemenmarkt
Ein Blumenmarkt am Singel, dessen Stände auf dauerhaft vertäuten Kähnen im Wasser stehen.
Albert Cuyp Market
Ein Straßenmarkt in De Pijp mit mehreren hundert Ständen, von Montag bis Samstag.
Heineken Experience
Die alte Heineken-Brauerei an der Stadhouderskade, heute ein Rundgang durch Braugeschichte und Markenwelt.
Bazar Amsterdam
Ein großes Restaurant mit nahöstlicher Küche in einer ehemaligen Kirche an der Albert Cuypstraat.
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